13. Juli 2009 19:31 Alter: 1 yrs

Was sagen die Stoag-Kunden zu den Kürzungen?

 

Wir haben am HBF Oberhausen Menschen interviewt und so einen Eindruck über das Meinungsbild gewonnen.

Natürlich ist nicht jeder von den Fahrplankürzungen gleich betroffen.

Klar ist aber, dass das Fahrplanangebot sich nicht verbessert hat! Kürzungen führen zu weniger Bussen, ungünstigeren Verbindungen und weiteren Problemen für die Kunden.

Allerdings pendeln manche Menschen nach Oberhausen bzw. fahren zum Einkaufen ins Centro und freuen sich über die - an sich - gute Busverbindung ins Centro. So zum Beispiel Julia (18) und Julia (17) aus Duisburg. Sie finden die Kürzung natürlich nicht gut, sind aber selber nicht wesentlich betroffen, weil sie nur nach Oberhausen fahren um im Centro einkaufen zu gehen. Allerdings gibt es auch andere Fälle. Ein Pendler aus Krefeld (Name war nicht erfahrbar, weil er zum Zug musste) fährt regelmäßig zum Berufsförderungszentrum auf der Bebelstr. Das er da abends auf andere Haltestellen ausweichen muss stört ihn sehr!

Ein etwas anderer Pendler ist Sven (23) aus Essen. Er geht gerne Donnerstag abends ins Zentrum Altenberg und zu späterer Stunde große Probleme nach Hause zu kommen. Dieses Problem ist natürlich eher grundsätzlich. Schon immer gab es Probleme werktags jenseits der 1 Uhr Grenze nach Hause zu kommen. Noch schwieriger wird dieses Unterfangen allerdings, wenn man nachts über Stadtgrenzen hinweg Bus fahren will. Sven kann sich allerdings sehr gut vorstellen, dass die Vorverlegung des Nachtnetzes ein Problem für viele Oberhausener ist.

Allerdings hat Manuel (21) aus Oberhausen zum Beispiel noch keine Probleme mit der Umstellung. Langes Warten wenn man einen Bus verpasst hat, findet er natürlich auch nicht gut. Ihm ist bewusst, dass wohl viele Leute Probleme mit Anschlüssen haben. Er selber hat allerdings noch keine negativen Erfahrungen gemacht.

Von diesen kann allerdings Christoph (18) aus Oberhausen Dümpten berichten. Er kommt öfter aus der Disco "Cage Club" in Bottrop. Da es hier wiederum um städteübergreifende Strecken geht, sind Probleme an der Tagesordnung. Vor der "Oberhausener Nachtnetz-Reform" ist er allerdings deutlich schneller nach Hause gekommen. Mit der Umstellung braucht er - für seinen Heimweg zur Mellinghoferstraße - spürbar mehr Zeit.

 

Weitere Menschen, die wir angesprochen haben, kamen aus weit entfernten Städten in NRW. Diese Stoag-Kunden fahren vom Oberhausener HBF ins Centro. Natürlich ist hier auch keine hohe Betroffenheit festzustellen! Interessanterweise können scheinbar einige Oberhausener, die in der Nähe des HBFs wohnen, auf eine Busfahrt verzichten. Hier ist die hohe Wohndichte in Alt-Oberhausen ein entscheidener Faktor. Vereinzelt gibt es auch Oberhausener, die das neue Nachtnetz noch nicht wirklich ausprobiert haben. Das wird sicherlich in einige Monaten nicht mehr so sein.

 

Fazit:

 

Die Fahrplanumstellungen treffen nicht jeden Kunden gleich. Das ist nicht sehr überraschend! Gäste, die nur mit der Bahn nach Oberhausen kommen um einzukaufen, sind nicht wesentlich betroffen. Problematisch ist allerdings, dass mit den Erfahrungen der verärgerten Stoag-Kunden kleine Geschichten verbunden sind! Es handelt sich also nicht um Fahrten auf die verzichtet werden kann. Natürlich könnte man z.B. auf die Fahrt in eine bestimmte Disco verzichten. Hinter diesen Aktivitäten - bei denen es sicherlich nicht automatisch um irgendwelche Trinkgelage geht - stehen häufig langjährige Busfahrerfahrungen. Das Treffen mit Freunden, dass OberhausenerInnen dazu bringt auch mal von einem Ende der Stadt zum nächsten zu fahren. Und eben nicht nur ins Centro! So funktioniert eine Großstadt.

Diese Busfahrrituale, die sicherlich wie ein Netz über der Stadt liegen, werden natürlich nicht durch eine solche Fahrplanänderung zerstört. Allerdings wächst so die Gefahr, dass sie sich zunehmend auflösen. Deshalb müssen diese Möglichkeiten eigentlich geschützt werden, damit soziale Verbindungen quer durch die Stadt erhalten bleiben!